Zwar können moderne Macs aus verschiedenen Gründen langsamer werden, aber Defragmentieren ist keine Lösung. Im Folgenden erklären wir Ihnen, warum das Defragmentieren veraltet ist. Zudem zeigen wir Ihnen sicherere Methoden, mit denen Sie Ihren Mac beschleunigen können.
Kann man einen Mac defragmentieren?
Technisch gesehen ja, aber nur bei Macs mit herkömmlicher Festplatte (HDD), auf denen eine ältere macOS-Version als High Sierra (2017) läuft. Ein Mac, auf dem OS X 10.2 oder neuer läuft, muss in der Regel nicht defragmentiert werden. Der Grund dafür ist, dass OS X und macOS über integrierte Apple-Dienstprogramme verfügen, die fragmentierte Dateien auf dem Laufwerk bereinigen. Für die meisten User entfällt damit die Notwendigkeit, einen Mac manuell zu defragmentieren. Darüber hinaus unterstützen die neuesten macOS-Versionen keine Defragmentierungssoftware von Drittanbietern für den Mac – mit Ausnahme der integrierten Dienstprogramme, die automatisch ausgeführt werden.
Kann man einen Mac defragmentieren?
Die schnelle Antwort: Nein. Ein Mac, auf dem eine OS X Version später als 10.2 läuft, muss im Allgemeinen nicht defragmentiert werden. Das liegt daran, dass OS X und macOS integrierte Dienstprogramme besitzen, die fragmentierte Dateien auf der Festplatte automatisch aufräumen. Daher müssen die meisten User ihr MacBook nicht manuell defragmentieren. Darüber hinaus unterstützen die neuesten macOS-Versionen keine Defragmentierungs-Software – außer den integrierten Dienstprogrammen, die automatisch laufen.
Wenn Sie jedoch ein älteres MacBook mit einer Festplatte besitzen, dann können Sie nach einer Drittanbieter-App suchen, die diese defragmentieren kann. Hier ist das Problem jedoch, dass Macs mit Betriebssystemen älter als OS X 10.2 nicht mit der neuesten modernen Defragmentierungssoftware kompatibel sind. Die Suche nach einem geeigneten Tool ist also schwierig.
So verwaltet macOS die Fragmentierung automatisch
Seit 2002 kümmert sich macOS selbstständig um die Fragmentierung – leise im Hintergrund, ganz ohne Ihr Zutun. Zwei Mechanismen übernehmen diese Aufgabe:
- Defragmentierung im laufenden Betrieb. Wenn Sie eine Datei öffnen, die in mehr als 8 Teile aufgeteilt und kleiner als 20 MB ist, setzt macOS sie automatisch zu einem einzigen Block zusammen. Dies ist das Standardverhalten seit Mac OS X 10.2 Jaguar (2002).
- Hot File Adaptive Clustering (HFC). HFC wurde mit Mac OS X 10.3 Panther (2003) eingeführt und verfolgt Dateien, die Sie häufig lesen, aber selten ändern, um sie anschließend in einen schnelleren Bereich des Laufwerks zu verschieben. Die Dateien werden im Rahmen der Verlagerung defragmentiert.
Diese Funktionen sorgen gemeinsam dafür, dass die Fragmentierung auf dem Mac für die meisten Dateien kein Problem mehr ist. Sie benötigen weder ein Defragmentierungs-Tool noch geplante Wartungsarbeiten. Seit den frühen 2000er-Jahren erledigt Ihr Mac diesen Job völlig unsichtbar.
Was sich durch APFS geändert hat:
Im Jahr 2017 führte Apple mit macOS High Sierra das Dateisystem APFS ein. Eine der Kernfunktionen ist der „Copy-on-Write“-Ansatz: Wenn Sie eine Datei ändern, schreibt APFS die Änderung an eine neue Position auf dem Laufwerk, anstatt das Original zu überschreiben. Dadurch werden Dateifragmente im Laufe der Zeit über die gesamte Festplatte verteilt. APFS verhindert die Fragmentierung also nicht, sondern kann sie sogar verstärken.
Dass dies jedoch keine Rolle spielt, liegt an der Hardware. Seit 2017 wird jeder Mac mit einer SSD ausgeliefert – und SSDs haben keine beweglichen Teile. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Festplatte, die ihren Lesekopf physisch über die Scheibe bewegen muss, um verstreute Dateifragmente zu lesen, kann eine SSD auf jeden Speicherort sofort zugreifen. Ob eine Datei in einem Stück oder in tausend Teilen vorliegt, macht keinen Unterschied für die Ladegeschwindigkeit. Auch wenn Ihre Dateien technisch gesehen fragmentiert sind, ist das weder spürbar noch auf eine Weise behebbar, die wirklich einen Unterschied machen würde.
Sollten Sie Ihren Mac defragmentieren?
Für fast alle User gilt: Nein. Wenn Sie Ihren Mac in den letzten Jahren neu gekauft haben, verfügt er über eine SSD – und das Defragmentieren einer SSD bringt schlicht nichts. Fragmentierung verlangsamt nur herkömmliche Festplatten mit rotierenden Scheiben, und Ihr Mac hat keine.
Die endgültige Antwort hängt jedoch von Ihrem Laufwerkstyp ab. Um dies herauszufinden, gehen Sie zum Apple-Menü > Über diesen Mac > Weitere Infos > Systembericht > Speicher. Hier können Sie den Medientyp prüfen.
- Wenn Ihr Mac eine SSD hat (wie alle in den letzten Jahren neu verkauften Macs), hat die Fragmentierung keinen Einfluss auf die Leistung. Das Defragmentieren würde den Verschleiß nur beschleunigen, da dabei Tausende von Schreibvorgängen durchgeführt werden.
- Wenn Ihr Mac über ein Fusion Drive verfügt (einige iMacs und Mac minis aus den Jahren 2012–2020), ist eine Defragmentierung ohnehin überflüssig. macOS verwaltet automatisch, wie Dateien zwischen dem SSD- und dem HDD-Bereich verschoben werden – eine manuelle Defragmentierung ist daher nicht nötig.
- Wenn Ihr Mac über eine herkömmliche Festplatte verfügt, kümmert sich macOS seit 2002 selbst um die Defragmentierung. Für nahezu alle alltäglichen Anwendungsfälle ist der integrierte Prozess ausreichend.
Falls sich Ihr Mac jedoch langsam anfühlt, können auch andere Ursachen dahinterstecken. Im nächsten Abschnitt erfahren Sie, was Sie stattdessen tun können.
So optimieren Sie Ihren Mac auf andere Weise
Wenn Ihr Mac langsam läuft, müssen Sie die Mac-Festplatte nicht unbedingt defragmentieren. Manchmal liegt das Problem nicht an Ihrer Festplatte oder SSD. Probieren Sie daher einige alternative Methoden aus, um das System ohne Festplattendefragmentierung auf dem Mac zu beschleunigen.
1. Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen
Führen Sie zunächst die Erste Hilfe aus. Die Erste Hilfe ist in das Festplatten-Dienstprogramm integriert – das Festplattenverwaltungstool, das auf jedem Mac vorinstalliert ist. Beim Ausführen überprüft macOS das Dateisystem des Laufwerks auf Fehler und repariert automatisch diejenigen, die behoben werden können. Die Erste Hilfe ist auch ein hervorragendes Tool, wenn Ihr Mac ohne ersichtlichen Grund träge wirkt.
So führen Sie die Erste Hilfe aus:
- Drücken Sie Cmd + Leertaste und suchen Sie das Festplattendienstprogramm.
- Klicken Sie in der Menüleiste auf „Ansicht“ > „Alle Geräte anzeigen“. Dadurch werden Ihnen alle Laufwerke und die darauf befindlichen Volumes angezeigt.
- Wählen Sie in der Seitenleiste den Container Ihres Startvolumes aus (in der Regel „Macintosh HD“ genannt).
- Klicken Sie oben im Fenster auf die Schaltfläche „Erste Hilfe“.
- Klicken Sie im daraufhin angezeigten Fenster auf „Ausführen“ und anschließend auf „Weiter“.
2. Speicherplatz optimieren
Genügend freier Speicherplatz auf Ihrem Mac ist eine der effektivsten Methoden, um eine gute Leistung zu gewährleisten. Eine gute Faustregel ist, dass mindestens 10 Prozent des gesamten Speicherplatzes zur Verfügung stehen sollten. Noch besser sind 20 Prozent.
Sie haben mehrere Möglichkeiten, um den Mac-Speicher zu optimieren:
- Suchen und entfernen Sie große und alte Dateien, wie Fotos, Videos und DMG-Dateien.
- Trennen Sie sich von Apps, die Sie nicht mehr benötigen.
- Löschen Sie unnötige Dateien im Downloads-Ordner und leeren Sie den Papierkorb.
Das manuelle Aufspüren all dieser Dateien ist zeitaufwändig. Glücklicherweise gibt es eine integrierte Funktion, mit der Sie den Speicher Ihres Mac optimieren können. So nutzen Sie diese Funktion:
- Öffnen Sie das Apple-Menü > Systemeinstellungen.
- Klicken Sie auf „Allgemein“ > „Speicher“.
- Sehen Sie sich die Empfehlungen unter der farbigen Leiste an. Sie können auch auf das i-Symbol neben den Kategorien darunter klicken und sehen, was sonst noch sicher von Ihrem Mac entfernt werden kann.
3. Systemreste bereinigen
Nachdem Sie den offensichtlichen Platz freigegeben haben, sollten Sie nach Systemresten suchen. Dazu gehören temporäre Dateien, Benutzer- und System-Caches, alte Dokumentversionen, ungenutzte Sprachdateien, Protokolldateien und vieles mehr. Diese sammeln sich über Monate hinweg unbemerkt an und können auf einem typischen Mac mehrere Gigabyte einnehmen. Das Löschen ist sicher, aber die manuelle Suche ist mühsam. Sie sind über verschiedene Systemordner verstreut, und manche lassen sich nur über Terminal-Befehle finden.
Eine Wartungs-App wie CleanMyMac erledigt das in einem Rutsch. Sie scannt die typischen Speicherorte für Datenmüll und zeigt Ihnen vor dem Löschen, welche Daten sicher entfernt werden können. So nutzen Sie die App, um Speicherplatz freizugeben:
- Starten Sie Ihre kostenlose CleanMyMac-Testversion und installieren Sie die App.
- Klicken Sie in der Seitenleiste auf „Bereinigung“ und dann auf „Scannen“.
- Sobald der Scan abgeschlossen ist, können Sie die Elemente prüfen oder auf „Bereinigen“ klicken, um alle gefundenen Junk-Dateien sofort zu entfernen.
Vorteile von CleanMyMac:
- Findet versteckte Dateien, die Sie selbst nicht ohne Weiteres ausfindig machen können, und bereinigt durchschnittlich 8 GB an Systemresten
- Deinstalliert Apps vollständig, einschließlich der Restdateien, die beim Verschieben in den Papierkorb zurückbleiben
- Bereinigt Ihren Cloud-Speicher von unnötigen Daten, sodass Sie nicht länger für die Speicherung von Dateien bezahlen müssen, die Sie nicht benötigen
Testen Sie CleanMyMac kostenlos – erleben Sie es live auf Ihrem Mac.
4. macOS und Programme aktualisieren
Aktualisieren Sie Ihre Software auf die neuesten Versionen, da diese meist optimiert wurden und besser funktionieren als ältere Versionen. System-Updates beinhalten in der Regel Leistungssteigerungen und Fehlerbehebungen, die Ursachen der schwachen Leistung beheben.
Um macOS zu aktualisieren, öffnen Sie die Systemeinstellungen > Allgemein > Softwareupdates. Ist ein Update verfügbar? Dann folgen Sie den Anweisungen und installieren Sie es. Es ist auch eine gute Idee, die automatischen Updates zu aktivieren.
Bei der Aktualisierung von Programmen haben Sie mehrere Möglichkeiten:
- Rufen Sie den App Store auf und klicken Sie in der Seitenleiste auf „Updates“. Aktualisieren Sie entweder eine App nach der anderen oder klicken Sie auf „Alle aktualisieren“.
- Wenn Sie eine App von der Webseite des Entwicklers heruntergeladen haben, dann installieren Sie die neueste Softwareversion über diese Webseite.
- Öffnen Sie eine App auf Ihrem Mac und klicken Sie in der Menüleiste auf den App-Namen. Wählen Sie die Option „Nach Updates suchen“. Sehen Sie außerdem in den Einstellungen der App nach, ob automatische Updates verfügbar sind. Wenn ja, dann aktivieren Sie sie.
5. Nicht verwendete Programme deinstallieren
Wie bereits erwähnt, ist das Löschen von überflüssigen Apps eine effiziente Methode, um Speicherplatz auf dem Mac freizugeben. Zudem werden Sie eine App, die Sie nicht verwenden, wahrscheinlich nicht auf dem neuesten Stand halten und veraltete Apps stellen ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko dar. Daher ist es sicherer, alle Apps zu löschen, die Sie nicht mehr verwenden.
Gehen Sie hierfür in den Programme-Ordner und ziehen Sie die nicht mehr benötigten Programme in den Papierkorb. Suchen Sie dann die noch vorhandenen Dateien und löschen Sie sie. Wie das geht, erfahren Sie in dieser praktischen Anleitung zur korrekten Deinstallation von Apps auf dem Mac.
6. Geben Sie Speicherplatz frei
Zuletzt sollten Sie etwas Speicherplatz freigeben. Mit ausreichend Arbeitsspeicher können Sie alle notwendigen Programme problemlos ausführen und nutzen, ohne dass sich Ihr Mac langsam anfühlt. Sie können den Arbeitsspeicher manuell freigeben, indem Sie Prozesse in der Aktivitätsanzeige beenden, Anmeldeobjekte entfernen, weniger Tabs in Ihren Browsern geöffnet haben oder Cache-Dateien löschen.
Wenn Sie nach einer passenden App für diese Aufgabe suchen, dann können wir Ihnen CleanMyMac empfehlen. Die App gibt in wenigen Sekunden wertvollen Speicherplatz frei. So funktioniert's:
- Gehen Sie zur Menüleiste in der oberen rechten Ecke Ihres Bildschirms und klicken Sie auf das CleanMyMac-Symbol. Das Menü-Symbol wird in der Menüleiste angezeigt, wenn Sie CleanMyMac zum ersten Mal starten.
- Öffnen Sie den Schutz-Tab und klicken Sie auf „Freigeben“.
- Klicken Sie anschließend auf den Speicher-Tab, um die Details zu sehen oder Programme zu beenden, die am meisten Arbeitsspeicher verbrauchen.
Wir hoffen, dass wir alle Ihre Fragen zum Thema „MacBook defragmentieren“ beantwortet haben. Schauen Sie bald wieder rein für weitere Tipps & Tricks rund um den Mac!